Liebig 14 (Besetztes Haus)

Liebigstraße 14

10247 Berlin

Im Haus an der Liebigstraße 14 im sogenannten Nordkiez des Berliner Ortsteils Friedrichshain befand sich ein aus einer illegalen Hausbesetzung entstandenes Wohnprojekt, dessen Räumung im Februar 2011 von gewalttätigen Ausschreitungen und öffentlicher Aufmerksamkeit begleitet wurde.

 

Stahltüren, Badewannen voller Flüssigkeit und herausgerissene Stromkabel – die Hausbesetzer hatten den fünfstöckigen Altbau in Friedrichshain offenbar tagelang zu einer Festung umgebaut. Das verblüffte sogar die Polizisten.

 

 

Am Mittwoch werden 2000 Beamte das Haus in der Liebigstraße räumen. Die Chaoten sind gerüstet.

Ein Plastikkorb voller Pflastersteine, obendrauf zwei Flaschen Bier. Ein Foto, das Teilnehmer der Krawall-Demo gegen die Räumung des Hauses in der Liebigstraße 14 ins Internet stellten. Und ein Vorgeschmack auf das, was die Polizei am Mittwoch erwarten könnte, wenn sie das Haus räumt.

Am 15. März 2007 erfolgte die fristlose Kündigung der bestehenden Mietverträge, am 19. Dezember 2007 wurde eine erneute Kündigung mit einer Räumungsfrist von drei Tagen ausgesprochen. Es kam anschließend zu Klagen vor dem Berliner Landgericht, am 13. November 2009 wurde die Kündigung aufgrund von unzulässigen Mietminderungen und unerlaubten baulichen Veränderungen für rechtens erklärt. Zu diesem Zeitpunkt lebten offiziell 28 Personen in der Liebigstraße 14.

 

Ebenfalls im November 2009 geriet das Projekt in die Schlagzeilen, als ein Bewohner wegen des Verdachts verhaftet wurde, für zwei Brandstiftungen auf Autos in Friedrichshain verantwortlich zu sein und die Liebigstraße 14 daraufhin von 140 Polizisten durchsucht wurde. Als Folge kam es zu Protesten und mehrfach zu Sachbeschädigungen an Berliner SPD-Zentralen.

 

Ein Widerspruch gegen die Zwangsräumung des Hauses wurde zuletzt vom Amtsgericht Kreuzberg-Tempelhof abgewiesen. Am 2. Februar 2011 um 8 Uhr begann die Räumung. Dabei waren im Umfeld bis zu 2.500 Polizeibeamte im Einsatz.

Gegen sechs Personen, die von zwei Polizistinnen in Zivil als mutmaßliche Straftäter identifiziert worden waren, wurden nach der Räumung 2011 Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs eingeleitet. Im Juni 2014 wurden alle Angeklagten freigesprochen.